Usinger Anzeiger 3. Mai 2021: Lauritz Kaduk für die Unabhängigen Bürger (UB) in der Gemeindevertretung

Grävenwiesbach: Warum sich Lauritz Kaduk bei den UB engagiert

„Jugendliche werden nicht gehört“: Warum sich Lauritz Laduk, einer der jüngsten Parlamentarier in der Geschichte Grävenwiesbachs, bei den „Unabhängigen Bürgern“ engagiert.

GRÄVENWIESBACH

Der 22-jährige Grävenwiesbacher Lauritz Kaduk erhält als Mitglied der Fraktion der Unabhängigen Bürger (UB) einen Sitz im Gemeindeparlament. Kaduk ist Nachrücker, nachdem Karin Klimt Mitglied im Gemeindevorstand wurde. Er ist damit einer der jüngsten Parlamentarier in der 49-jährigen Geschichte der Großgemeinde und einziger Vertreter der Jung-Wähler-Generation in der 23-köpfigen Grävenwiesbacher Gemeindevertretung.

Ehrenamtliches Engagement lernte er schon früh als aktives Mitglied bei den Pfadfindern im VCP-Stamm „Zecke“. Der Auszubildende im Bereich Anlagentechnik ist bekennender Fan von Eintracht Frankfurt und möchte in seinem neuen politischen Amt den Interessen und Rechten der jungen Generation Gehör verschaffen.

Wie kam es zur Kandidatur, warum gerade bei dieser Kommunalwahl?

Lauritz Kaduk: Ich bin schon lange politisch interessiert, schaue regelmäßig die Tagesschau und hatte in der Schule Politik als Leistungskurs. Es war an der Zeit, aktiv zu werden, nachdem Laurenz Fangmann mich angesprochen hatte, ob ich nicht kandidieren möchte. Ich mache es, weil ich etwas bewegen möchte. Ich schaue es mir genau an und will etwas Neues probieren. Die Jugendlichen in der Gemeinde sollten mehr gehört werden. Bisher wurde von der Gemeinde nicht eine Sache angegangen, die den Jugendlichen auf dem Herzen liegt und die von ihnen auch deutlich angesprochen wurde. Ich traue mir das zu und will da etwas machen. Ich werde meine Meinung nicht umsonst vertreten, sondern aktiv mitarbeiten, um etwas zu erreichen.

Welches sind denn die Themen, die Sie in der Gemeinde besonders bewegen, wo Sie sich besonders einsetzen wollen?

Kaduk: In der Kerngemeinde Grävenwiesbach muss es einen Platz für Jugendliche geben. Ich kenne persönlich das Jugendzentrum in Laubach ganz gut. Die Jugendlichen verwalten das JUZ eigenverantwortlich und das funktioniert gut.

Der Bolzplatz in Laubach muss wieder zum Spielen das sein. Wir brauchen funktionierendes Internet im gesamten Gemeindegebiet. Es kann nicht sein, dass Kinder kein Homeschooling haben, weil sie keine Chance haben, an einer Videokonferenz teilzunehmen. Als Berufsschüler bin ich selbst betroffen. Mein Internet hat es nicht geschafft, wenn meine Eltern auch online sind. Zum Glück hat mein Bruder andere Unterrichtszeiten als ich. Wenn wir von der Zukunft der Wasserversorgung sprechen, muss ich immer an den Großbrand 2019 denken, als der ganze Berg oberhalb des Dorfes an der B 456 in Flammen stand. Da dachte ich, dass ich nicht in Deutschland lebe. Seitdem hat der Klimawandel für uns reale Bedeutung bekommen. Das war eine kleine Apokalypse. Die Sicherung der Wasserversorgung ist das wichtigste Thema für Grävenwiesbach.

Warum engagieren Sie sich bei den UB Grävenwiesbach?

Kaduk: Ich finde freie Wählergemeinschaften grundsätzlich gut, weil es dort keinen Parteizwang gibt. Was CDU, SPD oder Grüne auf Bundes- oder Landesebene machen, kann ich nicht mittragen. Das kann ich anderen nicht erklären. In einer freien Wählergemeinschaft sind unterschiedliche Meinungen möglich, die kontrovers diskutiert werden und kein Parteidenken haben. Ich möchte mich selbstständig einbringen und keine Ideologie vertreten.

Was wünschen Sie sich für die Gemeinde sowie den Ortsteil kurzfristig und welche nachhaltige Entwicklung soll es geben?

Ich wünsche mir, dass es in Grävenwiesbach wieder mehr Gemeinschaft gibt. Es arbeiten zu viele Gruppen für sich. Wir sollten effektiver an einem Strang ziehen, egal ob jung oder alt. Dorfgemeinschaft ging verloren, weil es Traditionsveranstaltungen nicht mehr gibt. Wir brauchen neue Veranstaltungsangebote. Vielleicht gelingt es mit den Sozialen Medien, wieder mehr Kommunikation und Kontakt untereinander herzustellen. Bei den Pfadfindern habe ich ganz Europa von Schweden bis zum Balkan oder bis Spanien gesehen. Ich bin mit Natur verbunden und habe gelernt, ohne Handy zu leben und kann gegen den Strom schwimmen.

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